Schüleraustausch nach Frankreich

Schüleraustausch nach Frankreich

Bretagne und Rastede

Datum: 30.03.2020 Autor: PTZ

échange – Austausch – Schuljahr 2019 / 2020

Schnee hatten sich unsere französischen Gäste für ihren Besuch in Rastede gewünscht, denn den gibt es wirklich selten in der Bretagne. Leider konnte sich dieser Wunsch nicht erfüllen – obwohl sie in diesem Jahr vom 11. bis 20. Dezember 2019, also bis unmittelbar zu Beginn der Weihnachtsferien bei uns waren. Dafür gab es viele andere vorweihnachtliche Aktivitäten, die in Frankreich auch nicht so ausgeprägt sind wie bei uns. Die Weihnachtsmärkte in Oldenburg und Bremen wurden besucht, in den Familien wurden Adventskerzen angezündet, Plätzchen wurden gebacken – insgesamt eine tolle Zeit.

Eine große Gruppe von 52 Schülerinnen und Schülern aus der Bretagne (Saint Aubin d'Aubigné und Noyal) wurde nach einer 16-stündigen Busfahrt von den 52 Correspondants aus der KGS empfangen. Deutschlehrer Mathieu Duchemin und drei weitere Lehrkräfte unterstützen jedes Jahr den Austausch und wurden im Rahmen des Lehreraustauschs in diesem Jahr von Katrin Brömer, Kirstin Westerholt, Sonja Altmann und dem ehemaligen Französischkollegen Hans-Peter Verse aufgenommen. So können wir, inklusive der Familien, die den Austausch überhaupt erst ermöglichten und sich herzlich um die französischen Gastschüler gekümmert haben, fast schon von einem Großprojekt sprechen.

Die Zeit war für die Fülle an Aktivitäten natürlich wieder einmal viel zu kurz. Acht gemeinsame Tage, um einen Einblick in das Schulleben in der KGS zu bekommen, um Orte zu sehen und zu besichtigen, um seinen Platz in einer unbekannten Familie zu finden, um sich in die Sprache einzuhören, von der man nur einige Grundkenntnisse aus der Schule mitbringt und die nun überall gesprochen wird – und vor allem acht Tage mit dem neuen Freund oder der neuen Freundin aus dem jeweils anderen Land. Gar nicht so einfach ist es, sich trotz häufig größerer sprachlicher Hürden auf den jeweils anderen einzulassen und sich ein wenig kennen zu lernen. Somit haben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Mut zu ihrem persönlichen Großprojekt aufgebracht. Viel Spaß hatten viele beim gemeinsamen Spielen oder auch Kochen oder Backen in der Familie. Beim Treffen in kleinen Gruppen mit Freunden und ihren Corres war das Kommunizieren plötzlich viel leichter. Aber auch in diesem Jahr haben viele bemerkt, dass erst kurz vor Abfahrt der Gruppe auch persönliche Verbindungen entstehen konnten.

Am 3. Juni 2020 sollte nun unser Gegenbesuch in der Bretagne stattfinden. Auf ein Wiedersehen und Vertiefen der ersten kleinen Verbindungen haben wir uns gefreut, auch auf vielleicht sonnige Tage an der bretonischen Küste, auf Austern im Fischerdorf, auf Crêpes und Croissants, auf die Familien unserer Corres und auf viele Aktivitäten mit der ganzen Gruppe. Nun sind alle außerschulischen Aktivitäten und besonders auch Austauschfahrten als Schutz vor dem Coronavirus in diesem Schuljahr abgesagt. Ob der Besuch auf das nächste Schuljahr verschoben werden kann, ist noch vollkommen unklar. In den über 40 Jahren des deutsch-französischen Schüleraustausches hatten wir eine solche Situation noch nicht. Wie auch immer es nun weitergeht, nutzt eure verschiedenen Möglichkeiten und Kanäle, um in Kontakt mit euren Corres zu bleiben. Erzählt von eurem „Corona-Alltag“ und tauscht Ideen aus. So kann euer Austauschjahr zu einem wirklich großen europäischen Projekt werden.

Bon courage!

Katrin Brömer und Sonja Mester

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  • Französisch